🔋 Heimspeicher dürfen jetzt Geld verdienen: Neue Regeln für die Batterieeinspeisung ins Netz

 

 

Bisher war es für Besitzer von Heimspeichern schwierig, überschüssigen Strom aus ihrer Batterie ins Netz einzuspeisen und dafür vergütet zu werden. Das sogenannte „Ausschließlichkeitsprinzip” verlangte, dass der Speicher nur mit Solarstrom geladen werden durfte – sobald auch Netzstrom im Spiel war, entfiel die Förderung komplett.

Das ändert sich jetzt.

Mit der neuen MiSpeL-Festlegung (Marktintegration von Speichern und Ladepunkten) schafft die Bundesnetzagentur erstmals klare Regeln, wie Heimspeicher und E-Auto-Batterien am Strommarkt teilnehmen können – auch wenn sie sowohl Solar- als auch Netzstrom speichern.

Konkret bedeutet das: Wer einen Batteriespeicher hat, kann künftig Strom zwischenspeichern und zu Zeiten hoher Preise ins Netz einspeisen – und dafür bezahlt werden. In Deutschland schlummern aktuell rund 18 GWh Heimspeicherkapazität – Potenzial, das bisher weitgehend ungenutzt blieb.

𝗗𝗲𝗿 𝗭𝗲𝗶𝘁𝗽𝗹𝗮𝗻

Die Konsultationsphase endete am 24. Oktober 2025. Die gesetzliche Frist für die finale Festlegung läuft bis 30. Juni 2026. Der Bundesverband Neue Energiewirtschaft (bne) fordert ein Inkrafttreten bereits im ersten Halbjahr 2026.

𝗭𝘄𝗲𝗶 𝗪𝗲𝗴𝗲 𝘇𝘂𝗿 𝗩𝗲𝗿𝗴ü𝘁𝘂𝗻𝗴

Die Bundesnetzagentur bietet zwei Modelle an:

1️⃣ Abgrenzungsoption: Präzise viertelstündliche Messung aller Stromflüsse. Exakt, aber technisch aufwendig – erfordert zusätzliche Messstellen.

2️⃣ Pauschaloption: Vereinfachte pauschale Zuordnung für kleine Anlagen bis 30 kWp. Einfacher, aber mit einer Vergütungsgrenze von 500 kWh pro kWp und Jahr.

𝗗𝗮𝘀 𝗣𝗿𝗼𝗯𝗹𝗲𝗺: 𝗗𝗖-𝗴𝗲𝗸𝗼𝗽𝗽𝗲𝗹𝘁𝗲 𝗦𝘆𝘀𝘁𝗲𝗺𝗲 𝗸ö𝗻𝗻𝗲𝗻 𝗻𝗶𝗰𝗵𝘁 𝗴𝗲𝗻𝗮𝘂 𝗺𝗲𝘀𝘀𝗲𝗻

Hier liegt der Knackpunkt für viele Hybrid-Wechselrichter: Die präzise Abgrenzungsoption erfordert Messstellen, die genau erfassen, wie viel Strom von der PV-Anlage kommt und wie viel aus dem Netz geladen wurde.

Bei DC-gekoppelten Systemen fehlen diese Messstellen auf der Gleichstromseite. Der Hybridwechselrichter sieht nur den kombinierten Stromfluss – er kann nicht unterscheiden, ob der Strom im Speicher ursprünglich von den Solarmodulen oder aus dem Netz kam.

Die Klimaschutzorganisation GermanZero e.V. weist in ihrer Stellungnahme zur Konsultation explizit darauf hin:

„Während AC-gekoppelte Speicher zwischen der Pauschal- und der Abgrenzungsoption wählen können, ist dies aus technischen Gründen den DC-gekoppelten Systemen verwehrt. Denn dem Hybridwechselrichter fehlen auf der DC-Seite Messstellen, die eine exakte Bestimmung der DC-Stromflüsse zum Speicher und zurück ermöglichen würden.”

Die Konsequenz: Besitzer von DC-gekoppelten Systemen sind auf die Pauschaloption beschränkt – mit der Vergütungsgrenze von 500 kWh/kWp/Jahr. Wer mehr einspeist, bekommt für den überschüssigen Strom keine Vergütung.

𝗨𝗻𝘀𝗲𝗿𝗲 𝗟ö𝘀𝘂𝗻𝗴: 𝗗𝗲𝗿 𝗚𝗲𝗻𝟯 𝗛𝘆𝗯𝗿𝗶𝗱-𝗜𝗻𝘃𝗲𝗿𝘁𝗲𝗿 𝗺𝗶𝘁 𝗶𝗻𝘁𝗲𝗴𝗿𝗶𝗲𝗿𝘁𝗲𝗿 𝗗𝗖-𝗠𝗲𝘀𝘀𝘁𝗲𝗰𝗵𝗻𝗶𝗸

Bei der Entwicklung unseres Gen3 Hybrid Storage Systems haben wir diese regulatorische Entwicklung von Anfang an mitgedacht. Das System unterstützt beide Optionen:

✓ Integrierte DC-seitige Stromerfassung – präzise Messung der Stromflüsse zwischen PV-Modulen, Batterie und Wechselrichter

✓ Viertelstündliche Datenerfassung – alle Messwerte im erforderlichen 15-Minuten-Intervall

✓ Update-fähige Firmware-Architektur – künftige Anpassungen per Software-Update, ohne Hardware-Tausch

✓ VDE-AR-N 4105 Konformität – vollständige Einhaltung der deutschen Netzanschlussregeln

Damit sind Käufer unseres Gen3-Systems nicht auf die eingeschränkte Pauschaloption angewiesen, sondern können die volle Vergütung für ihre Batterieeinspeisung erhalten.

𝗪𝗮𝗿𝘂𝗺 𝗱𝗮𝘀 𝗷𝗲𝘁𝘇𝘁 𝘄𝗶𝗰𝗵𝘁𝗶𝗴 𝗶𝘀𝘁

Ein Hybrid-Wechselrichter hängt 20 Jahre im Keller. Die Spielregeln für die Energiewende ändern sich aber alle paar Jahre. Wer heute in ein System investiert, das die kommenden Anforderungen nicht erfüllen kann, hat ein Problem.

Mit MiSpeL wird erstmals ein echter Markt für Heimspeicher-Einspeisung geschaffen. Die Frage ist nur: Ist dein Wechselrichter bereit dafür?

Was denkt ihr: Wird MiSpeL den Durchbruch für die Heimspeicher-Vermarktung bringen? Oder scheitert es an der Bürokratie?

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Quellen:

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